Tapinella panuoides
Was Sie wissen sollten
Tapinella panuoides ist eine Pilzart aus der Gattung Tapinella. Dieser unauffällige Holzfäulepilz zeichnet sich durch einen stumpfen ockerbraunen, oft flach gelappten Hut, gewellte Zwischenkiemen und die Fruchtbildung an Nadelbäumen aus. Wegen seines unscheinbaren Aussehens wird er manchmal mit verschiedenen anderen Lamellenpilzen verwechselt.
Trotz ihres angenehmen Geschmacks ist die Art giftig.
Andere Namen: Fächer-Pax, Stielloser Paxillus, Austernseitling.
Identifizierung von Pilzen
Ökologie
Saprobisch; wächst allein oder gesellig auf Nadelholz und Bauholz im Wald; Sommer und Herbst (in wärmeren Klimazonen auch überwinternd); in Nordamerika weit verbreitet.
Kappe
3-8 cm; fächer- oder schalenförmig; plankonvex; trocken; in der Jugend fein samtig, im Alter manchmal kahl werdend; hellbraun, gelbbraun oder orangebraun; der Rand ist zunächst eingerollt, oft etwas schuppenförmig.
Lamellen
Dicht; stumpf orangefarben bis gelblich; häufig gegabelt, kreuznervig, gekräuselt oder gewellt, besonders in der Nähe der Basis.
Stängel
Fehlend oder nur als kleine seitliche Erweiterung vorhanden.
Fruchtfleisch
Weißlich oder schmutzig gelblich; beim Aufschneiden nicht verändernd.
Geruch und Geschmack
Nicht unterscheidbar.
Sporen Druck
Gelblich-braun oder bräunlich.
Mikroskopische Merkmale
Sporen 3.5-5 x 2.5-4 µ; ellipsoid; glatt; hyalin und uniguttulär in KOH; häufig dextrinoid. Hymeniale Zystidien nicht gefunden. Pileipellis eine Cutis aus Hyalin-in-KOH-Elementen 2.5-5 µ breit.
Ähnliche Spezies
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Unterscheidbar durch Laubholzwuchs, apricot-orangefarbene, pubertierende Kappe, gerade, nicht gewellte Lamellen und Stinktiergeruch.
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hat eine stumpfbraune, ähnlich geformte Kappe, aber Lamellen mit gezackten Rändern und einen unangenehmen Geschmack.
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Unterscheidet sich durch einen mehr mittig angebrachten Stiel und deutlich gegabelte, leuchtend orangefarbene Lamellen.
Tapinella corrugata (Paxillus corrugatus)
Ähnlich wie bei dieser Art. Die Lamellen unterscheiden sich oft in der Farbe, aber es besteht Verwechslungsgefahr.
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Hat bräunliche Lamellen, die sich bei Quetschungen verdunkeln.
Medizinische Eigenschaften
Freie Radikale fangende Aktivität/neuroprotektive Wirkungen
Zwei p-Terphenylverbindungen, identifiziert als Leucomentin-4 und Leucomentin-2, wurden aus dem methanolischen Extrakt des Fruchtkörpers von Paxillus panuoides isoliert.
Diese Verbindungen hemmten stark die Lipidperoxidation in Rattenleber-Mikrosomen mit IC50-Werten von 0.10 und 0.06 µg/ml, beziehungsweise (Yun et al., 2000). Später wurde vermutet, dass die neuroprotektive Wirkung der Leucomentine auf ihre Fähigkeit zurückzuführen ist, Eisen zu chelatisieren (wenn es mit DNA und H2O2 vorhanden ist), wodurch die durch Eisen vermittelten oxidativen Schäden an der DNA gehemmt werden (Lee et al., 2003).
Hämagglutinationsaktivität
Gereinigte Lektine aus T. Extrakte von panuoides waren in der Lage, menschliche Erythrozyten mit einer Anti-A-Spezifität zu hämagglutinieren. Die Reaktion des Anti-A-Agglutinins wurde durch N-Acetyl-D-Galactosamin stark gehemmt (Furukawa et al., 1995).
Antitumor-Aktivität
Mehrere der oben beschriebenen p-Terphenylorthochinone erwiesen sich in Tests als aktiv gegen Tumorzellkulturen (Cali et al., 2004).
Taxonomie und Etymologie
Ursprünglich 1818 von dem schwedischen Mykologen Elias Magnus Fries beschrieben, der ihm den binomialen wissenschaftlichen Namen Agaricus panuoides gab, wurde der Austernseitling 1931 von dem französischen Mykologen Édouard-Jean Gilbert (1888 - 1954) in die Gattung Tapinella überführt.
Zu den Synonymen von Tapinella panuoides gehören Agaricus panuoides Fr., Paxillus panuoides (Fr.) Fr., Paxillus fagi Berk. & Broome, Paxillus panuoides var. fagi (Berk. & Broome) Cooke, Paxillus panuoides var. ionipes Quél., und Paxillus panuoides var. rubrosquamulosus Svrcek & Kubicka.
Tapinella als Pilzgattung wurde 1931 von dem französischen Mykologen Édouard-Jean Gilbert (1888 - 1954) aufgestellt. Tapinella kommt von Tapis, was Teppich bedeutet.
Das spezifische Epitheton panuoides bedeutet "ähnlich wie eine Panus-Art", und Panus bedeutet eine Schwellung oder einen Tumor.
Quellen:
Foto 1 - Autor: Ron Pastorino (Ronpast) (CC BY-SA 3.0 Unported)
Foto 2 - Autor: Strobilomyces (CC BY-SA 3.0 Unported)
Foto 3 - Autor: Richard Kneal (Blutwurm) (CC BY-SA 3.0 Unportiert)
Foto 4 - Autor: Richard Kneal (Blutwurm) (CC BY-SA 3.0 Unportiert)




