Lactarius glyciosmus
Was Sie wissen sollten
Lactarius glyciosmus ist ein halb-essbarer Pilz aus der Gattung Lactarius. Mykorrhizapilz, der in Europa im Boden an der Basis von Birken wächst. Er ist typischerweise graulila gefärbt, wobei der manchmal hohle Stiel etwas heller ist als die Kappe. Er hat dicht stehende, abfallende Lamellen und riecht stark nach Kokosnuss.
Dieser Milchhut ist eintönig und unauffällig, wie so viele andere Pilze dieser schwierigen Gattung, und so sind der Lebensraum und sein ungewöhnlicher Geruch wichtige Feldmerkmale, die man beachten sollte, wenn man die Bestimmungsmöglichkeiten eingrenzen will.
An der Westküste kann Lactarius glyciosmus mit Lactarius cocosiolens verwechselt werden, der ebenfalls nach Kokosnüssen riecht, aber eine schleimige bräunlich-orangefarbene Kappe hat und in küstennahen, birkenlosen Wäldern vorkommt. Ob es sich bei unserer nordamerikanischen Version von Lactarius glyciosmus um dieselbe Art handelt wie bei der ursprünglichen europäischen Art (die erstmals 1818 von Fries beschrieben wurde), ist nicht bekannt.
Andere Namen: Kokosnuss-Milchhut
Identifizierung des Pilzes
Ökologie
Mykorrhizierung mit Papierbirke (möglicherweise auch mit anderen Birken); auch mit Erle berichtet; wächst einzeln, verstreut oder gesellig; Spätsommer und Herbst; weit verbreitet in Nordamerika, wo immer die Wirtsbäume vorkommen.
Hut
2-7 cm; dünn und zerbrechlich; konvex mit einem eingerollten Rand, wenn sie jung sind, flach oder flach vasenförmig werdend; trocken; kahl; fein aufgeraut; rosafarben; manchmal mit undeutlichen konzentrischen Farb- oder Texturzonen.
Lamellen
Am Stängel anhaftend oder an ihm herunterlaufend; dicht; Kurzkiemen häufig; weißlich bis gelblich; nicht quetschend oder verfärbend.
Stängel
3-7 cm lang; bis zu 8-15 mm dick; mehr oder weniger gleichmäßig; trocken; ohne Vertiefungen; kahl; gefärbt wie der Hut oder heller.
Fruchtfleisch
Unscheinbar; blass; verändert sich nicht beim Aufschneiden.
Milch
Weiß; oft spärlich; verändert sich nicht an der Luft; färbt das Gewebe nicht.
Geruch und Geschmack
Geruch stark nach Kokosnuss; Geschmack leicht beißend.
Sporenabdruck
Cremefarben.
Chemische Reaktionen
KOH gelblich auf der Hutoberfläche.
Mikroskopische Merkmale
Sporen 5.5-9 x 5.5-7 µm; breit ellipsoid bis subglobös; Verzierung als dicke, amyloide Stacheln und Grate, die sich 0.5-1 µm hoch, bilden Zebroid-Muster und teilweise netzartige Bereiche. Pleuromacrocystidien und Cheilomacrocystidien 50-90 x 5-7.5 µm; schmal fusiform; gelegentlich mit einem apikalen Knubbel; hyalin bis gelblich in KOH; glatt; dünnwandig. Pileipellis a cutis; hyalin bis gelblich in KOH.
Taxonomie und Etymologie
Dieser Pilz wurde 1818 von dem großen schwedischen Mykologen Elias Magnus Fries beschrieben, der ihm den binomischen wissenschaftlichen Namen Agaricus glyciosmus gab. Es war Fries selbst, der diese Art 1838 in die Gattung Lactarius überführte und damit den heute gebräuchlichen Namen Lactarius glyciosmus begründete.
Synonyme von Lactarius glyciosmus sind Lactarius impolitus, Agaricus glyciosmus Fr., Galorrheus glyciosmus (Fr.) P.Kumm., und Lactifluus glyciosmus (Fr.) Kuntze.
Der Gattungsname Lactarius ist lateinisch und bedeutet Milch produzierend (laktierend) - eine Anspielung auf den milchigen Milchsaft, der aus den Lamellen von Milchhutpilzen austritt, wenn sie angeschnitten oder zerrissen werden. Das spezifische Epitheton Glyciosmus kommt auch von den altgriechischen Wörtern glukos für Zucker (oder zuckerhaltig) und osmos für Geruch. Süßlich riechend ist eine passende Übersetzung, da viele Menschen den Geruch von Kokosnuss als süß empfinden.
Quellen:
Foto 1 - Autor: Andreas Kunze (CC BY-SA 3.0 Unportiert)
Foto 2 - Autor: Strobilomyces (CC BY-SA 3.0 Unportiert)
Foto 3 - Autor: Ian Alexander (CC BY-SA 4.0 International)



