Leccinum versipelle
Was Sie wissen sollten
Leccinum versipelle ist ein häufiger Speisepilz der Gattung Leccinum. Man findet ihn von Juli bis November unter Birken und er wird schwarz, wenn er gekocht wird. Sie kommt nur unter Birken vor, manchmal zusammen mit Leccinum scabrum.
Leccinum cerinum, Leccinum percandidum und Leccinum roseotinctum wurden früher als eigenständige Arten betrachtet, werden aber nach DNA-Analysen von vielen Behörden als bloße Farbformen von Leccinum versipelle angesehen.
Leccinum versipelle ist leicht giftig (verursacht Übelkeit und Erbrechen), es sei denn, sie wird einer angemessenen Wärmebehandlung unterzogen: Braten oder Kochen für 15-20 Minuten wird als notwendig erachtet. Wie bereits erwähnt, färbt sich der Pilz beim Erhitzen schwarz.
Andere Namen: Steinpilz Testaceoscaber, Oranger Birkenröhrling.
Identifizierung des Pilzes
Hut
Die reifen Hüte erreichen einen Durchmesser von 8 bis 20 cm und bleiben eher breit konvex als dass sie sich vollständig abflachen.
Ein charakteristisches Merkmal dieses Steinpilzes ist die Tatsache, dass die Kutikula den Hutrand typischerweise um 2-4 mm überragt. Die Oberfläche ist fein flaumig, meist orange oder gelblich-braun. Wie bei so vielen Steinpilzen der Gattung Leccinum gibt es auch eine seltene blasse Form, deren Hut fast weiß ist, manchmal mit einem Hauch von Rosa oder Orange. Unter der Kutikula ist das Fleisch des Hutes fest und weiß; es verändert seine Farbe nicht wesentlich, wenn eine aufgeschnittene oder gebrochene Oberfläche der Luft ausgesetzt wird, aber es wird allmählich grauer und schwärzt sich schließlich mit einem violetten Schimmer.
Röhren und Poren
Die mausgrauen Röhren enden in winzigen Poren, die mit zunehmendem Alter ockerbraun werden.
Stängel
Der Stiel, der bis zu 20 cm hoch sein kann und typischerweise einen Durchmesser von 2 bis 4 cm hat, der sich zur Spitze hin leicht verjüngt, hat eine weiße, blassgraue oder gelblich-graue Oberfläche, die mit dunkelbraunen oder schwärzlichen wolligen Schuppen bedeckt ist.
Beim Anschneiden färbt sich das blasse Stängelfleisch in der Nähe der Spitze grau, dann blaugrün und schließlich fast schwarz, besonders in der Nähe der Stielbasis.
Sporen
Fusiform, dünnwandig, 11-16 x 3.5-4.5µm, inamyloid.
Sporenabdruck
Ockerfarben braun.
Zystidien und Basidien
Basidien sind viersporig. Zystidien auf der Oberfläche der fertilen Röhre.
Lebensraum & Ökologische Rolle
Mykorrhizapilz, unter Birke vor allem auf sauren Heideflächen, Waldrändern und Gebüschen.
Ähnliche Arten
Leccinum scabrum, kommt auch unter Birke vor, hat einen braunen Hut; das Fleisch des Stängels zeigt beim Anschneiden keine deutliche Farbänderung.
Taxonomie und Etymologie
Der Orangene Birkenröhrling wurde 1835 von den schwedischen Mykologen Elias Magnus Fries und Fredrik Christopher Theodor Hök (1807 - 1877) in ihrer Arbeit Boleti beschrieben.
Der amerikanische Mykologe Walter Henry Snell (1889 - 1980) stellte diese Art 1944 in die Gattung Leccinum und gab ihr den heute anerkannten wissenschaftlichen Namen Leccinum versipelle.
Zu den Synonymen von Leccinum versipelle gehört Boletus floccopus Rostk., Boletus testaceoscaber Secr., Steinpilz versipellis Fr. & Hök, Boletus rufescens Konrad, Boletus percandidus Vassilkov, Leccinum testaceoscabrum Secr. ex Singer, Leccinum percandidum (Vassilkov) Watling, Leccinum atrostipitatum A.H. Sm., Thiers & Watling, Leccinum roseotinctum Watling, Krombholziella roseotincta (Watling) Šutara, Krombholziella rufescens (Konrad) Šutara, Krombholziella versipellis (Fr. & Hök) Bon, Leccinum rufescens (Konrad) Šutara, und Leccinum cerinum M. Korhonen.
Leccinum, der Gattungsname, stammt von einem alten italienischen Wort für Pilz. Das spezifische Epitheton versipelle bezieht sich auf die wechselnde Beschaffenheit der Oberfläche des Hutes (Pellikel).
Obwohl die Farbe der Kappe in den Namen mehrerer Leccinum-Arten erwähnt wird, ist es bei dieser Gruppe von Steinpilzen unklug, aus diesem sehr variablen Merkmal irgendwelche Schlüsse zu ziehen.
Quellen:
Foto 1 - Autor: Budyn06 (CC BY-SA 4.0 International, 3.0 Unportiert, 2.5 Generisch, 2.0 Allgemein und 1.0 Generic)
Foto 2 - Autor: Jörg Hempel (CC BY-SA 3.0 Deutschland)
Foto 3 - Autor: Randi Hausken aus Bærum, Norwegen (CC BY-SA 2.0 Allgemein)
Foto 4 - Autor: John Fielding (CC BY-SA 2.0 Allgemein)
Foto 5 - Autor: Lukas aus London, England (CC BY-SA 2.0 Generisch)





