Cystoderma amianthinum
Was Sie wissen sollten
Cystoderma amianthinum ist ein kleiner zerbrechlicher Fliegenpilz mit hellbraunem bis gelblichem Hut, weißen oder cremefarbenen Lamellen und einem grobkörnigen Stiel mit Ring. Sie wächst von Sommer bis Herbst einzeln oder verstreut in kleinen büschelartigen Gruppen in feuchtem, moosigem Grasland, in Nadelwaldlichtungen oder auf bewaldeten Heideflächen. Einige Formen haben eine stark faltige Hutoberfläche, andere eine weiße bis blassgelbe Färbung. Die Lamellen sind weiß bis blassgelblich, der Geruch ist unangenehm oder erinnert an frisch geschälten Mais, und die Sporen sind amyloid.
Dieser Pilz ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet und in den nördlichen gemäßigten Zonen häufig. Er kommt in moosbewachsenen Wäldern, auf Heiden, zwischen Gras oder Farnkraut und manchmal mit Weiden vor. Häufig auf sauren Böden zu finden.
Cystoderma amianthinum ist ungiftig, aber vom Verzehr ist abzuraten, da der tödlich giftige Lepiota castanea ist ein häufig vorkommender Doppelgänger. Sie ähnelt auch der ungenießbaren Cystoderma fallax.
Andere Namen: Erdige Pulverkappe, Safran-Parasol.
Pilz-Bestimmung
Ökologie
Saprobiell; wächst einzeln, verstreut oder gesellig, meist im Moos unter Nadelbäumen; Spätsommer und Herbst (überwintert in Kalifornien); weit verbreitet im nördlichen und montanen Nordamerika.
Kappe
2-5 cm; trocken; anfangs konvex, stumpfkegelig oder glockenförmig, später breit konvex, breit glockenförmig oder fast flach; häufig strahlenförmig etwas faltig (bei einer Variante auffallend); mit mehligen Körnchen bedeckt; blass rötlichbraun bis gelblichbraun oder gelblich.
Lamellen
am Stiel anhaftend; dicht; weißlich bis blassgelblich.
Stiel
3-7 cm lang; 3-8 mm dick; mehr oder weniger gleichmäßig oder spitz zulaufend; trocken; blass und in der Nähe der Spitze ziemlich glatt, aber mit körnigem Material umhüllt und wie die Kappe unten gefärbt; die Hülle endet in einem fadenscheinigen Ring, der oft zerbricht oder verschwindet.
Fruchtfleisch
Weißlich; dünn.
Geruch und Geschmack
Geschmack mild; Geruch meist stechend und unangenehm.
Chemische Reaktionen
KOH auf der Hutoberfläche rostrot.
Sporenabdruck
Weiß.
Mikroskopische Merkmale
Sporen 4-7 x 3-4 µ; elliptisch; glatt; zumindest schwach amyloid. Zystidien nicht vorhanden. Pileipellis-Elemente mit rostbraunen Wänden in KOH; aneinander gekettet; aufgeblasen; subglobös.
Ähnliche Arten
Squamanita paradoxa, der Pulverhut-Würger ist ein seltener Wiesenpilz, der den Erd-Pulverhut, Cystoderma amianthinum, angreift, indem er scheinbar durch seinen Stiel hindurchwächst und einen violetten Hut anstelle des orangefarbenen Hutes des Erd-Pulverhutes bildet. Der untere Teil des Stiels bleibt identisch mit dem des Wirtspilzes, was einen sehr seltsamen zweifarbigen Effekt ergibt.
Taxonomie und Etymologie
Als Giovani Antonio Scopoli diese Art 1772 beschrieb, gab er ihr den wissenschaftlichen Namen Agaricus amianthinus. 1889 stellte der Schweizer Mykologe Victor Fayod (1860 - 1900) den Erdigen Pulverpilz in die Gattung Cystoderma und gab ihm den heute akzeptierten wissenschaftlichen Namen Cystoderma amianthinum.
Synonyme von Cystoderma amianthinum sind Agaricus amianthinus Scop., Lepiota granulosa var. amianthina (Scop.) P. Kumm., Lepiota amianthina (Scop.) P. Karst., Lepiota amianthina var. Alba Maire, und Cystoderma amianthinum f. rugulosoreticulatum Bon.
Der Gattungsname Cystoderma bedeutet "blasige Haut" - ihr markantestes Merkmal ist jedoch der ausgeprägte Kontrast zwischen der Glätte des Stiels oberhalb des Rings und seiner schuppigen Oberfläche unterhalb.
Das spezifische Epitheton amianthinum bedeutet wie amiantus (lateinischer Ursprung) oder amiantos (griechischer Ursprung) und bedeutet rein oder unbefleckt.
Quellen:
Foto 1 - Autor: Holger Krisp (CC BY 3.0 Unportiert)
Foto 2 - Autor: Ben Deed (CC BY 4.0 International)
Foto 3 - Autor: Jerzy Opioła (CC BY-SA 4.0 International, 3.0 Unportiert, 2.5 Allgemein, 2.0 Allgemein und 1.0 Generisch)
Foto 4 - Autor: Angelos Papadimitriou (Aggelos(Xanthi)) (CC BY-SA 3.0 Unportiert)




