Bolbitius titubans
Was Sie wissen sollten
Bolbitius titubans ist eine weit verbreitete ungiftige Pilzart, die in Amerika und Europa vorkommt. Er ist ein kleiner, gelber, attraktiver Pilz, der leicht an seinem zähflüssigen, gestreiften Hut, den gelbbraunen Lamellen, den rostbraunen Sporen und dem Fehlen eines Rings zu erkennen ist. Sie wächst vor allem auf Dung oder stark gedüngtem Boden, manchmal auch auf Gras.
Wie viele kleine Coprinus (s.l.), die Früchte sind kurzlebig, die Pilze öffnen sich am Morgen und schrumpfen am Ende des Tages. Gelegentlich werden ungewöhnlich robuste Exemplare gefunden, die mehrere Tage überdauern können.
Andere Namen: Gelber Feldhut, Dooiergele mestzwam (Niederlande), Goldmistpilz (Deutschland), Slzečník žloutkový (Tschechische Republik).
Identifizierung des Pilzes
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Kappe
1.5-5 cm; jung eiförmig oder fast rund, dann breit glockenförmig oder breit konvex und schließlich flach mit einer eingedrückten zentralen Beule; zerbrechlich; in frischem Zustand schleimig; gelb oder grünlich-gelb (manchmal bräunlich oder gräulich), oft zu gräulich oder blassbraun verblassend, aber (normalerweise) mit gelblicher Mitte; glatt; bei Reife gewöhnlich stark gesäumt, oft fast bis zur Mitte. Exemplare, die beim Austrocknen des Schleims eine taschenförmige oder geäderte Hutoberfläche entwickeln, sind keine Seltenheit. Junge Exemplare weisen manchmal einen filzigen, weißlichen Hutrand auf, doch scheint dies eher das Ergebnis des Kontakts mit dem Stiel (der ebenfalls filzig ist) im Knöpfchenstadium zu sein als Reste eines echten Teilschleiers.
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Lamellen
Frei vom Stängel oder eng mit ihm verwachsen; dicht; zerbrechlich und weich; weißlich oder blassgelblich, rostig-zimtfarben werdend; bei feuchtem Wetter oft etwas gelatinierend.
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Stiel
3-12 cm lang; bis zu fast 1 cm dick; gleichmäßig oder spitz zulaufend; hohl; zerbrechlich; fein schuppig, pulverig oder fein behaart - oder mehr oder weniger glatt; weiß mit gelblichem Apex und/oder Basis oder insgesamt gelblich.
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Fruchtfleisch
Unwesentlich; gelblich.
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Geruch und Geschmack
Nicht unterscheidbar.
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Chemische Reaktionen
KOH auf Kappenoberfläche negativ bis dunkelgrau.
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Sporendruck
rostig braun.
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Lebensraum
Saprobisch, wächst einzeln, verstreut oder gesellig auf Dung und in gedüngtem Gras; Sommer und Herbst (und Winter in warmen Klimazonen); in Nordamerika weit verbreitet.
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Mikroskopische Merkmale
Sporen 10-16 x 6-9 µ; mehr oder weniger elliptisch, mit abgestumpftem Ende; glatt; mit einer Pore. Brachybasidiolen und Cheilocystidien sind vorhanden. Basidien abrupt verschlungen. Pileipellis ein hymeniformer Trichoderm.
Ähnliche Arten
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Eine tropische Art, die in der Bay Area vor allem in Gewächshäusern vorkommt, ist in Größe und Hutfarbe ähnlich, aber der Hut ist nicht zähflüssig, die Lamellen sind frei, es gibt einen Ring, und die Sporen sind weiß.
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Die Sporen sind eher rosa als zimtbraun. Wächst eher auf Holz als auf Gras.
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Bolbitius expansus
hat einen gelben Stiel und eine graugelbe Kappe, die bei der Reife kein gelbliches Zentrum mehr aufweist.
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Bolbitius variicolor
Hat eine dunkelolivfarbene Kappe und einen schuppigen gelben Stiel.
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Conocybe siliginea
Unterscheiden sich nur geringfügig in Größe, Form und Farbe. Erfahrene Pilzbeobachter bemerken jedoch sofort kleine Unterschiede. Blassere bis bräunliche Hüte ohne Gelbtöne, nur ein feiner Grat im Alter, schleimlose Hüte, bräunliche Stiele und unterschiedliche Mikromerkmale unterscheiden diesen Pilz von den B. titubans.
Taxonomie und Etymologie
Im Jahr 1789 beschrieb der französische Mykologe Jean Baptiste Francois Pierre Bulliard diese Art und nannte sie Agaricus titubans. 1838 benannte der schwedische Mykologe Elias Magnus Fries ihn in Bolbitius titubans um.
Der Gattungsname Bolbitius bedeutet "aus Kuhmist". Das spezifische Epitheton titubans bedeutet taumelnd oder schwankend.
Synonyme
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Prunulus titubans (Stier.) Gray 1821
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Agaricus boltonii Pers.
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Agaricus equestris Bolton
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Agaricus titubans Stier.
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Bolbitius boltonii (Pers.) Fr.
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Bolbitius vitellinus (Pers.) Fr. 1838
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Bolbitius vitellinus subsp. titubans (Stier.) Konrad & Maubl. 1928
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Bolbitius vitellinus var. titubane (Stier.) M.M. Moser ex Bon 1987
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Melanoleuca equestris (L.) Murrill
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Pluteolus titubans (Stier.) Quél. 1886
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Pluteolus titubans var. titubans (Stier.) Quél. 1888
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Prunulus boltonii (Pers.) Gray
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Prunulus titubans (Stier.) Gray
Quellen:
Foto 1 - Autor: Franco Folini aus San Francisco, USA (CC BY-SA 2.0 Allgemein)
Foto 2 - Autor: Björn S... (CC BY-SA 2.0 Allgemein)
Foto 3 - Autor: gailhampshire aus Cradley, Malvern, U.K (CC BY 2.0 Allgemein)
Foto 4 - Autor: AnemoneProjectors (reden) (Flickr) (CC BY-SA 2.0 Generic)
Foto 5 - Autor: Dr. Hans-Günter Wagner (CC BY-SA 2.0 generisch)





