Buchwaldoboletus lignicola
Was Sie wissen sollten
Buchwaldoboletus lignicola ist eine seltene, in Europa und Nordamerika beheimatete Steinpilzart aus der Familie der Steinpilzgewächse. Er kommt auf Holz vor und ist ein Parasit des Pilzes Phaeolus schweinitzii. Er hat eine konvexe gelb- bis rostbraune Kappe, gelbe bis gelbbraune Poren und Stiel. Fleisch gelblich, leicht bläulich über den Röhren. Röhren zunächst hellgelb, dann olivgelb, unverändert, wenn sie der Luft ausgesetzt werden. Poren leuchtend gelb, beim Aufplatzen unveränderlich. Geruch und Geschmack sind nicht ausgeprägt.
Wächst in Nadelwäldern in Verbindung mit abgestorbenen Stümpfen von Kiefern (Pinus), Lärchen (Larix) und Douglasien (Pseudotsuga); wahrscheinlich auch ein Mykoparasit an Phaeolus schweinitzii. Er wurde jedoch auch an Laubbäumen gefunden, e.g. Kirsche (Šutara et al. 2009).
Das Vorkommen dieser Art an Standorten ist nicht dauerhaft, da ihr Wachstum nach der Erschöpfung der Nährstoffe aus dem Holz endet und ihre Standorte daher im Gegensatz zu mykorrhizierten Pilzarten nur relativ kurzlebig sind.
Andere Namen: Holzröhrling, Houtboleet (Niederlande), Žltavec Drevový (Slowakei), Hřib Dřevožijný (Tschechische Republik), Brauner Nadelholzröhrling (Österreich), Nadelholz-Pulverröhrling (Deutschland).
Identifizierung des Pilzes
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Kappe
Der Hut ist konvex, mit zunehmendem Alter breiter werdend, und misst 2.5-10 cm (1.0-3.9 Zoll) im Durchmesser. Der Hutrand hat ein Band aus sterilem Gewebe, das in jungen Jahren nach innen gerollt ist. Die Hutoberfläche ist anfangs fein samtig, entwickelt aber in der Reife oft feine Risse. Seine Farbe ist rostbraun bis gelb-braun. Die Haut lässt sich leicht vom Pilz abziehen. Sie ist durch eine dünne gallertartige Schicht vom gelben Fruchtfleisch getrennt und kann auf dem Hut hin und her bewegt werden.
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Poren
Die Poren sind klein und eckig und messen 1-3 pro Millimeter, während die Röhren 3-12 mm lang sind. Die Porenoberfläche ist in der Reife gelblich bis bräunlich-gelb und färbt sich bei Verletzungen bläulich-grün.
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Fruchtfleisch
Das Fruchtfleisch kann sich blau verfärben, wenn es angeschnitten oder anderweitig verletzt wurde, obwohl sich diese Reaktion nur langsam entwickelt oder gar nicht auftritt.
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Stiel
Der Stiel misst 3-8 cm (1.2-3.1 Zoll) lang und 0.6-2.5 cm (0.2-1.Der Stiel ist etwa 0 Zoll dick und über die gesamte Länge etwa gleich breit oder an der Basis schmaler. An der Basis des Stiels befindet sich ein gelbes Myzel.
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Geruch und Geschmack
Der Geruch ist mild und süß, wurde aber bei alten Exemplaren gelegentlich als faulig beschrieben. Die Essbarkeit von B. lignicola ist nicht mit Sicherheit bekannt.
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Sporen
Ellipsoid, glatt und 6-10 mal 3-4 µm groß.
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Sporenabdruck
Olive-braun.
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Lebensraum
Verbreitet in Europa von den nördlichen subarktischen Regionen südlich bis zur Schweiz und in Nordamerika von Ontario und Quebec südlich bis Pennsylvania. In der Tschechischen Republik gilt sie als gefährdet. Man findet ihn nur dort, wo der Pilz Phaeolus schweinitzii wächst, und mikroskopische Untersuchungen haben ergeben, dass sie auf dieser Art parasitisch ist. Die beiden kommen bei Nadelbäumen wie der Waldkiefer (Pinus sylvestris), der östlichen Weißkiefer (P. strobus) und der Europäischen Lärche (Larix decidua), seltener auch auf Laubbäumen wie der Wildkirsche (Prunus avium).
Ähnliche Art
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Xerocomus badius
Wächst manchmal auch auf totem Laubholz. Er unterscheidet sich jedoch durch die zähflüssige Hutkutikula und unterschiedlich gefärbte Fruchtkörper.
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Buchwaldoboletus hemichrysus
ist selten und bildet größere Fruchtkörper, sein Hut ist jung leuchtend (schwefel-)gelb, und das Fruchtfleisch färbt sich beim Anschneiden deutlich blau.
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Hat Röhren, die am Stiel zusammenlaufen, aber mit kleineren Poren in der Jugend und wächst unter Erlenbäumen.
Taxonomie und Etymologie
Ursprünglich von Franz Joseph Kallenbach im Jahr 1929 als Boletus lignicola beschrieben, erhielt er 1969 seinen heutigen Namen von dem Mykologen Albert Pilát.
Der Artname kommt von den lateinischen Wörtern lignum "Holz" und dem Verb cǒlěre "bewohnen".
Synonyme
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Steinpilz lignicola Kallenb., Pilze Mitteleuropas 1(9): 57 (1929) (Basionym)
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Steinpilz (Boletus hemichrysus var). mutabilis Peck, Bull. N. Y. St. Mus. 8: 104 (1889)
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Steinpilz (Boletus sulphureus) f. silvestris Kallenbach, Ann. Mykol. 22: 410 (1924)
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Gyrodon lignicola (Kallenb.) Heinem., Stier. Jard. Bot. État Brux. 21: 238 (1951)
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Ixocomus lignicola (Kallenb.) Konrad und Maublanc. Les Agaricales, p. 131 (1952)
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Phlebopus lignicola (Kallenb.) M.M. Moser, in Gams, Kl. Krypt.-Fl., Edn 2 (Stuttgart) 2b: 31 (1955)
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Pulveroboletus lignicola (Kallenb.) E. A. Dick et Snell, Mycologia 57(3): 451 (1965)
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Pulveroboletus lignicola (Kallenb.) Pilát, Česká Mykol. 19(3): 180 (1965)
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Xerocomus lignicola (Kallenb.) Singer, Annls mycol. 40(1/2): 43 (1942)
Quellen:
Foto 1 - Autor: LukasEmski (CC BY-SA 4.0 International)
Foto 2 - Autor: 2010-09-05 (CC BY-SA 3.0 Unported)
Foto 3 - Autor: James Lindsey (CC BY-SA 2.5 Allgemein)
Foto 4 - Autor: James Lindsey (CC BY-SA 2.5 generisch)
Foto 5 - Autor: Eric Smith (esmith) (CC BY-SA 3.0 Unported)





