Leucopaxillus gentianeus
Was Sie wissen sollten
Leucopaxillus gentianeus (syn. Leucopaxillus amarus) ist ein bitter schmeckender, ungenießbarer Pilz. Der bittere Geschmack wird durch ein Triterpen namens Cucurbitacin B. Die Art wurde erstmals 1873 vom französischen Mykologen Lucien Quélet als Clitocybe gentianea beschrieben. František Kotlaba stellte sie 1966 zu Leucopaxillus.
Die vom vegetativen Körper des Pilzes gebildete Myzelmatte ist besonders gut entwickelt und beim Sammeln der Pilze leicht zu beobachten. Dieses Merkmal sowie der trockene Hut, die weißen Lamellen, die im Alter keine roten Flecken entwickeln, und der sehr bittere Geschmack zeichnen L. gentianeus aus dem Braunhütigen Tricholom.
Andere Namen: Bittere Falsche Trichterkappe, Bittere Braune Leucopaxillus, Bittermusseron (Schwedisch).
Identifizierung des Pilzes
Kappe
Hut 5-11 cm breit, konvex, sich ausbreitend bis plankonvex, manchmal mit breitem Schirm; Rand zunächst einwärts gebogen, dann auswärts gebogen, undeutlich bis auffallend gerieft; Oberfläche glatt, trocken, stumpf, rötlichbraun bis zimtbraun, der Rand heller; Fleisch dick, weiß; Geschmack bitter, Geruch meist unangenehm.
Lamellen
Lamellen dicht, angewachsen bis gekerbt, manchmal leicht herablaufend, schmal, weiß, cremefarben werdend.
Stiel
Stiel 4-8 cm groß, 1-2.5 cm dick, gleichmäßig oder sich zu einer vergrößerten Basis verjüngend; Oberfläche weiß, glatt, manchmal bräunliche Flecken an der Basis entwickelnd, letztere eingebettet in eine Schicht aus dichtem, weißem Myzel; Schleier fehlend.
Sporen
Sporen 4.5-6 x 3.5-5 µm, fast rund, warzig, Verzierung amyloid; Sporenabdruck weiß.
Lebensraum
Ringe und Bögen unter Koniferen bildend, e.g. Küstenmammutbaum, Monterey-Kiefer und Monterey-Zypresse; weniger häufig bei Laubhölzern; Fruchtbildung von Spätherbst bis Mitte Winter.
Fruchtfleisch
Weiß; beim Aufschneiden nicht veränderlich.
Geruch und Geschmack
Geruch stark mehlig; Geschmack bitter.
Chemische Reaktionen
KOH-Olive auf pigmentierten Kappenoberflächen; negativ auf verblassten Kappen.
Sporen Druck
Weiß.
Mikroskopische Merkmale
Sporen 4-6 x 3-4 µm; breit ellipsoid bis fast subglobös; stachelig mit Stacheln weniger als 0.5 µm hoch; amyloid. Lamellentrama mehr oder weniger parallel. Basidien 4-sterigmatisch. Pleurozystidien nicht gefunden. Cheilozystidien 20-40 x 1-4 µm; zylindrisch-biegsam, fusiform oder leicht unregelmäßig; hyalin und glatt in KOH. Pileipellis a cutis; gelblich oder braun in KOH; Elemente 5-7.5 µm breit, geklammert, glatt oder verkrustet mit braunem Pigment; Endzellen zylindrisch mit abgerundeten Spitzen.
Medizinische Eigenschaften
Antibiotische Aktivität
Die Myzelien und Kulturfiltrate des Bitteren Falschen Trichterlings wurden auf ihre antibiotische Aktivität gegen Bacillus cereus, Bacillus subtilis, Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Proteus mirabilis, Salmonella typhimurium und Candida albicans getestet. L. gentianeus war nur gegen Bacillus cereus aktiv (Colletto, 1995), aber in einer späteren Studie auch gegen B. cereus (Colletto und Giardino, 1996).
Antitumor-Wirkungen
Die wachstumshemmende Wirkung der oben genannten Cucurbitan-Triterpenoide wurde in vitro auf ihre Auswirkungen auf die Proliferation von vier verschiedenen menschlichen Tumorzelllinien (A549, CAKI-1, HepG2, MCF-7) mit Hilfe eines 1-Tages-MTT-Tests getestet. Nur Cucurbitacin B war gegen alle Linien hochaktiv, mit IC50-Werten von 46.6, 7.1, 0.76 und 0.78 µM, beziehungsweise (Clericuzio et al., 2004).
Quellen:
Foto 1 - Autor: Ron Pastorino (Ronpast) (CC BY-SA 3.0 Unportiert)
Foto 2 - Autor: Jocelyn Gwynn (joceyg) (CC BY-SA 3.0 Unportiert)
Foto 3 - Autor: Jerzy Opioła (CC BY-SA 4.0 International)



